Julia Onken

Julia Onkens Blog

erstellt am: 01.09.2010, 20:30 Uhr

Korrigenda betreffend Kopftuchverbot

Auf meinen Artikel in der Weltwoche Ausgabe 35 habe ich viele Mails erhalten. Was mich besonders freut, werde ich doch in meiner Meinung von vielen darin bestätigt, Karin Keller-Sutter als eine besonders fähige Bundesrätin zu sehen.

Frau Keller-Sutter hat mich auf einen Fehler aufmerksam gemacht, das Kopftuchverbot stamme nicht von ihr, sondern von ihrem Regierungskollegen Kölliker (SVP), der für das Bildungswesen verantwortlich ist.

 Das Thema Kopftuchverbot treibt in der Ostschweiz weiterhin die Behörden um. Pro und Kontra-Diskussionen in sämtlichen Regionalzeitungen. Ist es denn tatsächlich so schwer, einfach die Angelegenheit auf den Punkt zu bringen:

Das Kopftuch hat nichts mit Religion zu tun und ist somit kein Symbol der islamischen Glaubenszugehörigkeit.

Das Kopftuchtragen ist ein Verbot, weibliche Haare öffentlich zu zeigen. Der Mann könnte dadurch sexuell stimuliert werden. Und da Sex nur in der Ehe erlaubt ist, sollte alles vermieden werden, um männliche Hormone in Wallung zu bringen. Bereits eine Haarsträhne, die sich im Iran einen Weg in die Freiheit erlaubt, wird von den Religionswächtern strengstens bestraft.

Das Kopftuchverbot müsste eigentlich von jedem denkenden Menschen konsequent unterstützt werden.


erstellt am: 16.08.2010, 19:26 Uhr

offener Brief an Sabine W. und Jörg Kachelmann

Liebe Sabine W., lieber Jörg Kachelmann

Ich kann mir gut vorstellen, dass sie beide eine schwere Zeit erleben und ich frage mich, wie es Ihnen beiden nun wohl geht, und zwar ganz persönlich, wenn die Presse nicht dabei ist. Obwohl Sie nun kein Paar mehr sind, sind Sie doch noch auf eine äusserst intensive und sehr intime Art und Weise miteinander verbunden.

Und dies ist der Grund, weshalb ich mich an Sie beide gemeinsam wende und weil ich Ihnen beiden einige Gedanken zukommen lassen möchte, die Ihnen vielleicht Impulse für Ihre Überlegungen zu geben vermögen. Denn irgendwie sitzen Sie beide in der gleichen Falle. Am 6. September wird die Gerichtsverhandlung eröffnet und ein Richter wird darüber zu befinden haben, wer weiterhin in der Falle sitzen bleibt, und wer nicht.

Und damit geben Sie das kostbarste Gut, die Selbstbestimmung aus der Hand. Sie haben beide inzwischen eine unerträgliche Einmischung und Beurteilung über die mediale Öffentlichkeit erleben müssen, dass es an der Zeit ist, das Ruder wieder selbst in die Hand zu nehmen und sich für die eigene Würde sowie derjenigen der anderen Person einzusetzen.

Die Würde des Menschen hängt aber mit seiner Wahrhaftigkeit zusammen, mit seiner Fähigkeit, zu sich, wie auch immer zu stehen, zu sagen, das bin ich. Noch ist es Zeit eine Kehrtwendung zu machen, noch ist es Zeit, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Dennoch gibt es aus meiner Beurteilung keine andere Möglichkeit. Ich sehe das nicht aus juristischer, sondern aus psychologischer. Ich gehe davon aus, dass der Mensch nicht nur in gesetzlich abgesteckten Systeme lebt, sondern vor allem auch im Psychischen und dass davon letztlich sein Wohlbefinden abhängt. Das ist jener Bereich, den man mitten in der Nacht antrifft, wenn man keinen Schlaf mehr finden kann und die Gedanken wie streunende Hunde herumschlendern und mit einem machen, was sie wollen.

Da nur Sie beide wissen, was sich zugetragen hat, wird es immer zwei Menschen geben, die die Wahrheit kennen und die weiterhin aufs innigste miteinander durch dieses Wissen verbunden bleiben. Dabei aber wollten Sie sich doch trennen. Eine Trennung aber kann nur dann vollzogen werden, wenn die Rechnung beglichen ist. Wenn aber der eine in der Schuld des anderen verhaftet bleibt, ist es wie eine Fessel, die Sie weiterhin aneinander bindet.

Sie werden nun denken, das ist leichter gesagt, als getan. Ja, dieser Weg ist tatsächlich nicht einfach, schliesslich begegnet man sich selbst, sieht in den eigenen Spiegel. Und das muss ausgehalten werden.

Im Moment aber ist so, dass sich ein grosser Teil der Öffentlichkeit, sich mit ihrem Fall beschäftigt. Und ich will Ihnen auch gerne verraten, weshalb das so ist. Die meisten Menschen sind mit den gleichen Themen beschäftigt wie Sie. Es geht um Sex und sexuelle Praktiken. Es geht um Trennung. Es geht ums Fremdgehen. In keinem anderen Bereich wird soviel vorgetäuscht, gelogen, manipuliert, wie in diesem. Da schauen die wenigstens gerne in die eigene Waschküche. Deshalb kommt Ihr Fall wie gerufen, man kann sich ganz offiziell damit beschäftigen, leidenschaftlich Partei ergreifen, beurteilen und verurteilen. Und jeder und jede kann von sich selbst Abstand nehmen und frisch fröhlich seine eigene verschlüsselte Geschichte bearbeiten. Im derzeitigen Stadium haben Sie der Öffentlichkeit eine Breitleinwand zur Verfügung gestellt, wo jeder seine eigene Geschichte darauf projizieren kann.

Wenn Sie nun einfach die Wahrheit bekannt geben, wird die Leinwand zusammengerollt werden müssen. Denn Wahrhaftigkeit ist die stärkste Kraft. Und damit würden Sie beide mit Würde, erhobenen Hauptes aus der Geschichte herauskommen.

Falls Sie denken, ich sei naiv, da ich die juristische Seite ausblende, muss ich Ihnen Recht geben. Ja. Ich bin naiv. Das heisst, ich gehe davon aus, dass jeder Mensch ein Bestreben hat, mit sich selbst im Reinen zu leben. Auch blende ich bewusst das Juristische aus. Denn ich kann mir nicht vorstellen, zu sich zurück zu finden, im Wissen, dem anderen Unrecht getan zu haben.

Und nun wünsche Ich ihnen beiden, dass es Ihnen gelingt, den Weg zu sich selbst und zur eignen Wahrheit zu finden. Mit diesem Schritt wäre Ihnen die Anerkennung von breiten Kreisen gewiss.

Julia Onken

 

 


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