Julia Onken

Julia Onkens Blog

Ich habe mich im Rahmen der Minarett-Abstimmung über mehrere Wochen intensiv mit dem Thema Frauenrechte im Islam beschäftigt. Das Minarett-Verbot hat im In- und Ausland dafür gesorgt, dass Frauenrechte für alle Frauen, unabhängig ihrer Nationalität, zum viel diskutierten Thema geworden ist, das sich nicht mehr unter den Teppich kehren lässt.

>> Eine Zusammenfassung rund um die Minarett-Abstimmung finden Sie hier. 

Und ich wende mich wieder meiner Hauptbeschäftigung zu: Geschäftsleitung des Frauenseminar Bodensee, Vortragsreisen, Schreiben und am See spazieren mit Mann und Hund. 


erstellt am: 24.02.2010, 20:40 Uhr

Rund um die Liebe

Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: am Samstag, den 27. Feb. 10 führt das Frauenseminar Bodensee in Romanshorn eine Tagung zum Thema "Rund um die Liebe - die Liebe ist ein seltsames Spiel" durch. Die Vortragsthemen handeln von Selbstliebe, von der Liebe des Mannes und der Liebe der Frau und selbstveständlich von der körperlichen Liebe. Schliesslich hat ja meine Tochter Maya darüber kürzlich ein Buch herausgegeben. Also, sie muss es ja wissen!

Zudem findet eine getanzte Modenschau statt, von Frauen wie du und ich, also von Grösse 36 bis 48 schweben Frauen unter dem Motto über den Laufsteg: Es ist schön, so, wie ich bin. Alberto Spielmann hat mit 12 Frauen Tänze eingeübt und sie vor allem davon überzeugt, dass es sich lohnt, mit sich selbst Freundschaft zu schliessen.

Heute noch Presstexte geschrieben, Texte zusammengefasst, Vortragsmasnuskripte ausgearbeitet und Literaturhinweise zusammengestellt. Und mitten im texten und nachdenken ein kleines Mail aus einer anderen Welt, das wie ein Vogelzwitschern mitten im Winter die Kälte durchbricht. Da plötzlich ereilen mich ein paar Worte von Alberto, die nicht einmal an mich gerichtet sind, sondern an die Tanztruppe der Modenschau. Und was schreibt er den Frauen: "hallo Mädels, vergesst nicht, dass Ihr alle ganz wunderbar seid. Ihr habt einfach kein Recht, an Euch zu zweifeln."

Und ich denke, wie recht er hat. Und ich denke auch noch, wie gut, dass es solche Männer gibt.




erstellt am: 14.02.2010, 13:22 Uhr

Ochsentour

Bücher zu schreiben ist schön für mich. Wenn meine Bücher auch noch gelesen werden, ist es noch schöner. Und wenn daraus Einladungen für Vorträge und Lesungen erfolgen, ist es besonders schön und ich freue mich darüber.

Die Freude allerdings hört dann auf, wenn die Reisevorbereitungen getroffen werden müssen. Nächste Woche nach Linz. Grosse Fachtagung für Pädagogik. Vortrag. Leitung von Foren. Alles hochinteressant. Spannend. Aber die Reise! Kein Direktflug Zürich-Linz. Da bleibt nur der Zug. 6 1/2 (sechseinhalb!!) Stunden. Gut, besser und komfortabler als im Flugzeug ist es allemal. Mehr Bein- und sonstige Freiheit. Auch keine Zwangstuchfühlung mit dem Reisenachbar, weniger olfaktorische Attacken. Trotzdem, es ist hart.

Was aber macht ein Mensch, wenn er so lange im Zug hockt? Lesen. Und in meinem Falle schreiben. Sitze also im Business-Abteil mit meinem Laptop und schreibe an einem neuen Buch. Und je öfter ich reisend im Zug unterwegs bin, um so mehr trage ich selbst dazu bei, dass bald wieder ein neues Buch entsteht. Und daraus werde ich weider Einladungen für Vorträge und Lesungen erhalten. Die mich zwar freuen. Aber eben.


erstellt am: 07.02.2010, 10:18 Uhr

Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht

Deutschland, einst ein Land der grossen Denker und Dichter, Musiker, Erfinder und bedeutenden Theaterkünstlern!

Bereits als Kind habe ich über die Grenze westwärts geschaut, begierig, das Land meines Vaters zu erforschen, lernte eifrig Gedichte in der Vatersprache, war heimlich stolz auf meine halbdeutsche Herkunft, dies zu einer Zeit, da es uns Kindern noch verboten wurde, an schulfreien Tagen nach Konstanz zu gehen. Für mich war immer klar, wo für meine Schulfreunde die Welt aufhörte, begann die meine, gross und weit, voller Wunder und kulturellen Überraschungen.

Aber ich habe mit den Deutschen mitgelitten, wenn sie nach dem Krieg geächtet wurden und alle für die schrecklichen Untaten verantwortlich gemacht worden sind. Nach dem Mauerfall habe ich mich mit dem Unrecht, das Bürger und Bürgerinnen in der DDR  widerfahren ist, auseinandergesetzt und war fassunslos. Und nun kauft sich der Staat von einem Dieb gestohlene Daten! Rechtsbruch im Namen des Staates zieht wie ein roter Faden durch die deutsche Geschichte. Das schmerzt und zieht ein ganzes Volk in eine Kausalhaftung, die es nicht verdient. Deutschland ist im Begriff, unter ihre eigene Würde abzusinken, den Rechtsstaat einer Verwahrlosung preiszugeben. Er fordert nicht nur auf, sondern belohnt auch noch Diebe, die mit geschützten Daten Handel betreiben. Es wird nicht mehr lange gehen, da werden die verschiedensten geschützten Daten, wie z.B. Krankengeschichten zum Kauf angeboten.

Die DDR betrieb eine ausgeklügelte Bespitzelung. Jeder konnte jeden bespitzelten, jeder jeden denunzieren und Informationen an die Stasi gegen Entschädigung liefern. Und dass nun nach der Aufhebung der Teilung Deutschlands diese unglückselige Tradition wieder aufgenommen wird, ist eine Tragödie von besonderem Ausmass. Für das Land. Und für jeden einzelnen Bürger und für jede Bürgerin dieses Landes. 

Auswandern aus diesem Land? Vielleicht wäre das eine gute Lösung, so, wie mein Vater damals nach dem ersten Weltkrieg in die Schweiz gezogen ist, weil er sich schämte für das Unheil, das im Namen des deutschen Volkes angerichtet worden ist.

Trotzdem, ich halte meiner alten Liebe die Treue und bin fest davon überzeugt, dass die Menschen, die sich einer Ehtik und Wahrhaftigkeit verpflichtet fühlen, das Steuer einst wieder übernehmen werden.

Und dann wird alles wieder gut. Dann wird es wieder das Land der grossen Denker - und Denkerinnen.


erstellt am: 31.01.2010, 16:42 Uhr
Feuertaufe   ...   weiterlesen...

erstellt am: 26.01.2010, 15:14 Uhr
Auf den Hund gekommen  ...   weiterlesen...