Julia Onken - Autorin
Julia Onken - Autorin

Julias Blog

Ich schreibe, um herauszufinden, was ich denke.

 

Susan Sontag

 

erstellt am: 15.08.2016, 09:45 Uhr

Verschleierung hat nichts mit Religion zu tun

Inzwischen pfeifen es die Spatzen von den Dächern: die Verschleierung der Frau, weder Burka, Niqap noch Kopftuch, so lehren es uns Wissenschaftler und Wissenschafterinnen des Islam, hat etwas mit Religion zu tun sondern mit ausgeklügelter und spitzfindiger Auslegung einiger Textstellen im Koran. Lange genug haben wir uns mit dem Wort der Religionsfreiheit in eine völlig falsche Denkrichtung treiben lassen, vor allem die Classe politique betete in fahrlässiger Weise nach, was als Glaubensvorlage verkauft worden ist, ohne sich selbst gründlich darüber zu informieren und nachzudenken.

 

Nun aber ist Schluss damit und es wird höchste Zeit, auch im Sinne der vielen Menschen die sich auf den Weg nach Europa aufgemacht haben, für klare Verhältnisse zu sorgen und klipp und klar die Dinge beim Namen zu nennen. Die Verschleierung der Frau ist ein politisches Signal: dahinter verbirgt sich ein Menschenbild, der die Geschlechterverhältnisse von Mann und Frau hierarchisch straff und wenn nötig mit Gewalt regelt. Der Mann steht über der Frau, der Erhalt seiner Machtbefugnis und seines Wohles gilt als oberstes Gesetz. Da innerhalb eines solchen Regelwerkes alles, was dazu führen könnte, ihn aus seinem Hoheitsanrecht herauszukipppen, sind sämtliche möglichen Reizauslöser zu eliminieren. Dieser Anspruch impliziert, dass jeder Mann beim Anblick einer Frau grundsätzlich in ein unkontrollierbares sexuelles Begehren verfällt, und um ihn einer solchen Beunruhigung nicht auszusetzen, muss das Objekt der Begierde verhüllt werden. Das bedeutet, dass die Frau ihren Körper verhüllt und neckische Haarbüschel unter einem Kopftuch versteckt. In einer Liebes-Beziehung bestimmt der Mann uneingeschränkt über seine Frau, verwaltet und herrscht über ihre Fortpflanzungsorgane. Ihr Anblick steht nur ihm allein zu, kein anderer Mann darf ihrer angesichtig werden, damit sein Besitz von unbefugtem visuellen Zugriff geschützt ist.

 

Nicht alle Frauen empfinden aus ihrem subjektiven Erleben die Verschleierung als Freiheitsberaubung, als Isolation, als Einschränkung der Bewegungsfreiheit und als einen schweren Eingriff in ihr Grundrecht, frei zu leben. Nein, besonders eifrige Konvertinnen neigen dazu, das Tragen eines Kopftuches als eine spezielle Freiheit zu geniessen, um so nicht dem Blick fremder Männer ausgeliefert zu sein.

 

Hier prallen zwei völlig entgegengesetzte Menschenbilder aufeinander. Wir leben im mitteleuropäischen Kulturraum in einer Gesellschaft, die sich nach einem anderen Menschenbild ausrichtet: Der Mensch ist nicht machtlos seinen Trieben ausgeliefert, sondern er ist in der Lage sich seines Verstandes zu bedienen und Regungen, welcher Art sie auch immer sind, umweltverträglich zu kanalisieren. Die finsteren Verhältnisse, die Vergewaltigung als Kavalliersdelikt und in der Ehe als nicht strafwürdig qualifizierte, sind endgültig vorbeit. Frauen, und mit ihnen auch einige Männer, haben Menschenrechte als Frauenrechte erstritten und erkämpft und damit die Statik der Gleichberechtigung von Mann und Frau als unverhandelbares Gesetz und ethischen Wert in unserer Gesellschaft eingeführt. Auch der Mann hat sich längst vom verdächtigen Terrain verabschiedet, als ständiges Gefahrenpotential herum zu geistern, der gewaltsam über jede Frau herfällt.

 

Nicht nur die total verschleierte sondern gleichermassen kopftuchtragende Frau ist eine Provokation und torpediert unser Menschenbild. Zudem ist es für jeden Mann eine Beleidigung, da er sich dem Verdacht ausgesetzt sieht, beim Anblick eines weiblichen Wesens in einen hormonellen Notstand zu geraten, der sämtliche Hirnzellen ausser Betrieb setzt und er sich wie ein wildes Tier über die Beute hermacht.

 

Wer daran ernsthaft interessiert ist, Integration nicht nur als rethorische Wortspielerei  zu zelebrieren, muss bereit sein, mit Nachdruck ein Menschenbild zu vertreten, das den Grundwerten einer aufgeklären Gesellschaft Rechnung trägt.

 

 


erstellt am: 06.08.2016, 10:18 Uhr

Wenn Kinder mit ihren Eltern Probleme haben


Für Eltern gibt es viele Ratgeber, wie schwierige Kindern zu erziehen sind. Für Kinder dagegen gibt es keine Anweisungen, wie sie mit problematischen Eltern umgehen sollen. Obwohl sich die meisten Eltern Mühe geben und das Beste für ihre Kinder wollen, lassen ihre Verhaltensweisen oft keine erzieherischen Fähigkeiten erkennen. In der Erziehung spielt die Vorbildsfunktion eine grosse Rolle, und da stehen viele Kinder vor einem erbärmlichen Angebot.

Wie soll ein Kind die Regeln des sozialen Zusammenlebens lernen, wenn für Eltern das Wort „Manieren“ ein Fremdwort ist? Wie sollen sie den Zusammenhang zwischen Eigenleistung und Ertrag verstehen, wenn ihre Eltern mit möglichst kleinem Aufwand den  höchstmöglichen Gewinn zu erzielen versuchen? Wie kann ein Kind Lust auf neue Wissensgebiete bekommen, wenn die Eltern nie ein Buch lesen, sondern ihre Bildung aus TV-Unterhaltungssendungen und Krimis beziehen?

Was ist mit den Scheidungskindern, die zwischen die kriegerische Frontlinie ihrer Eltern geraten? Was denkt ein Kind, wenn es immer wieder hören muss, wie sich die Eltern wechselseitig mit verbalen Attacken entwerten und verletzen? Zwangsläufig muss es den Schluss ziehen: Meine Mutter ist eine unmögliche Schlampe und mein Vater ein Monster.

Viele Kinder sind wahrhaftig nicht zu beneiden. Kein Wunder, wenn es ihnen nicht gelingt, sich richtig zu orientieren oder wenn sie sich so verhalten, dass niemand sie verstehen kann. Vielleicht reagieren sie mit totalem Rückzug, was im Erwachsenenjargon als „bockig“ bezeichnet wird. Oder sie treten die Flucht nach vorn an, was dann als Aggressivverhalten diagnostiziert wird. 

 

Bevor Eltern ihre Kinder als schwierig bezeichnen, sollten sie gründlich über sich selbst nachdenken.


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Julia Onken
Frauenseminar Bodensee
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