Contenance

Monika Hengartner, 24.01.2019

Monika Hengartner
Monika Hengartner

Zu Beginn des neuen Jahres erhalten die Einwohner der Gemeinde G. wie jeden Monat das amtliche Publikationsorgan zugestellt. Darin steht, was der Gemeindepräsident als bedeutsam erachtet. Gewisse Beiträge zeichnet er denn auch selbst als Autor. So schreibt er unter dem Titel: „Samichlaus besuchte das Gemeindehaus“, mit Bild unterlegt: „Am 6. Dezember erhielt die Gemeindeverwaltung Besuch aus dem Wald. Der Samichlaus mit seinem Schmutzli besuchte das Gemeindehaus in G. und schaute nach dem Rechten. Unter anderem erkundigte er sich nach dem Wohlbefinden der Gemeinde G. und stellte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung ein gutes Zeugnis aus. Bei der Frage nach einem Sprüchli erwies sich das Internet als dankbares Hilfsmittel. Zum Schluss verteilte er seine feinen Sachen und wünschte frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr für die ganze Gemeinde G..“

Sinnvoll eingesetzte Steuergelder? Die Verwaltungsmitarbeitenden als prima Rollenspieler? Das erhaltene, gute Zeugnis als Schutz gegen Kritiker? Hilfe in der Not im Internet? Handelte ich einfach so, wie ich im alten Trott bestens gewohnt bin, so könnte ich, was und wie es da geschrieben steht, auseinandernehmen, beleuchten, erklären und, im härtesten Falle, kaum ein gutes Haar daran lassen.

Aus Erfahrung weiss ich, dass dies meinen Adrenalinspiegel erhöhen kann. Gut und entspannt fühle ich mich hernach also kaum. Eine nächste Begegnung mit dem Herrn wäre also besser vorsichtig anzugehen. Habe ich einen Gewinn? Ausser etwas Gesprächs-Stoff und Erfahrung mit Stress? Nein. Deshalb lasse ich es doch lieber bleiben!

Ich setze also meine Segel und orientiere mich nach neuen Ufern. Nun richte ich mich neu aus und bringe dem schreibenden Gemeindevorsteher Wohlwollen entgegen. Ich anerkenne seinen Willen, dem einfachen Bürger nahe sein zu wollen und die Fähigkeit, mögliche Lücken in der Gestaltung der Broschüre mit Leichtigkeit zu füllen. Ich kann sein Werteschema erkennen. Dieses respektiere ich und nehme es wahr. Und muss dabei nichts tun, ausser meinen eigenen Kurs zu halten.

Mein neues Ziel: Eine Gemeinschaft, die in Frieden und einer höheren Ethik lebt. Menschen, die bewusst dem Gesetz des Lebens folgen, zu ihrem eigenen Wohl und dem von Natur und Tieren. in Liebe, Harmonie und Güte. In voller Freiheit. Da will ich hin! Es fühlt sich gut an.

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