DU

Simone Buser, 25.04.2019

Du streifst durch meine Gedanken, ein diffuses Gemisch aus altem und jungem Du. Für mich schlüpfst du wieder in die abgelegte Hülle, wechselst die Gewänder, damit ich dich erkenne. Du sprichst mit deiner Stimme, wie durch Meereswellen zu mir getragen und manchmal sind es deine Worte in meinem Kopf. Du läufst in deinem Schritt, lachst dein Lachen, entfaltest die Essenz deiner Einzigartigkeit in jeder Regung.

Das Bild in mir und alles von dir könnte mit der Zeit verblassen, ich dich noch einmal verlieren. Besuchst du mich im Schlaf oder träume ich nur von dir? Wie soll ich’s unterscheiden?

Wenn Raum und Zeit sich auflösten, der Vorhang zur Ewigkeit an einer winzigen Stelle durchlässig würde, berührten sich unsere zwei Welten in einem Hauch von Vertrautheit. Kürzer als ein Atemzug, nicht mal einen Wimpernschlag lang, würde ich im Gleichklang mit dir schwingen und mit allem was ist, je war und je sein wird.

Ich habe gehofft, dass du mir vom Firmament her zublinzelst, aber dein Stern ist ein anderer, namenlos, unendlich, unfassbar für mein Verstehen. Mir bleibt nur die Erinnerung, die Sehnsucht, die dich zu mir holt. Dann aber spüre ich eine Güte, die mich sogleich umfängt und meine Seele erwärmt. Ich erfasse, was wir füreinander waren und ahne, was wir einander hätten sein können. Allein schon durch dieses Erkennen und die Liebe fühlt sich beides gleichwertig und gut an, so sehr gut genug.

Er ist plötzlich da, der Drang, mich aufzumachen, die Augen zu öffnen für die Schönheit um mich herum, neue Aufgaben zu entdecken, versöhnlich zu sein und zu vertrauen. Das bist du.

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