Die Kraft der Worte

Dora Kostyal, 25.10.2022

Dora Kostyal
Dora Kostyal

Die Macht der Zunge

Worte können:

etwas verkünden, orientieren, Wissen vermitteln, auffordern, befehlen, stoppen.

Beruhigen, trösten, einlullen, tragen, berühren, erfrischen, stärken, heilen, erheitern, ermutigen, motivieren, beflügeln, Vertrauen erwecken, Kraft spenden, klären, Hoffnung geben, entlasten, vergeben, erleichtern, befreien, versöhnen, versprechen, Gewissheit geben, glücklich machen, Leben retten (Zureden vor dem Sprung).

Aber auch:

Verunsichern, beunruhigen, verletzen, Zweifel streuen, verzweifeln lassen, Angst machen, ermüden, enttäuschen, Kraft rauben, entmutigen, wütend oder traurig machen, lügen, schmeicheln, verwirren, schwächen, blockieren, beschuldigen, belasten, verwunden, verurteilen, verteidigen, schlaflos, unglücklich oder traurig machen, in falsche Sicherheit wiegen, vernichten.

Insofern also Zustände bewirken, die wir als Gefühls- oder Seelenzustand bezeichnen.

Sie können uns zu Taten verleiten oder sogar zwingen, etwas gegen den eigenen Willen zu tun.

Lasse ich mich in meiner Wortwahl von Affekten leiten, wirken sie anders, als wenn ich bewusst und überlegt meine Worte in den Mund nehme. Also, die Entscheidung liegt bei mir, die Zunge zu bändigen oder die Zügel loszulassen - siehe bei Apostel Jakobus; „Segen und Fluch aus demselben Mund“.

Die Unmittelbarkeit der Wort-Energie zeigt sich am ehesten in Affektäusserungen, im Liebesgeflüster oder auch im Zureden bei kleinen Kindern, wo auf der verbalen Ebene fast fassbar etwas zwischen den Kommunizierenden fliesst.

Durch einen unerwarteten Schrei geäusserte Worte können uns wie ein Steinwurf oder ein Messer aus dem Hinterhalt treffen.

Ein und dasselbe Wort, je nach dem wie es ausgesprochen ist, kann völlig entgegen- gesetzte Wirkungen verursachen (z.B. „du“ oder „warte!“), also je nach „seelischer Ladung“ oder Absicht, was dahinter steckt.

Das Wort kann etwas aus dem Nichts erschaffen oder etwas Vorhandenes zerstören.

Nicht zuletzt werden die Bedeutung und die Wirkung der Worte auf Grund der zwischen den Kommunizierenden vorhandenen Dynamik modifiziert (s. das „Vier -Ohren - Modell nach F. Schulz von Thun).

Und ja, die Distanz zwischen Sprechenden und Empfängern spielt auch eine wesentliche Rolle für die Kraft und Wirksamkeit des Gesprochenen.

Was hingegen können Worte kaum oder nur unzureichend bewirken?

Z.B. Sinneswahrnehmungen oder Musik ohne synästhetische Übertragungen beschreiben (greller Ton, scharfes Essen, samtiger Wein, usw.).

Und was können Worte überhaupt nicht?

Taten ersetzen.
Verlorene Gesundheit wieder herstellen.
Physische Berührung ersetzen; z.B. eine Umarmung oder Streicheln.

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