Gezwungen Mutter zu sein?

Gabriela Kratzer, 02.08.2017

123rf.com / rido
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Stellen sie sich vor sie machen einen Schwangerschaftstest. Das Ergebnis - positiv.
Das Mutterherz schlägt auf Hochtouren – hüpft und tanzt. Der 1. Strampler, mit Aufdruck „Mama’s und Papa’s Schatz“ wird in Fiktion bereits im Internet bestellt. Das Kinderzimmer im Traum schon eingerichtet.
Trotzdem - ein Gedankenfetzen jagt den anderen: bin ich nicht zu jung? Will ich nicht zuerst die Schule fertig machen? Wollte ich mich nicht zuerst meiner Karriere widmen? Ist das überhaupt der richtige Partner für ein ganzes Leben und das mit Kind(ern)? Haben wir überhaupt den finanziellen Background für eine Familie? Will ich Verantwortung übernehmen für ein Menschenleben? Verpasse ich nicht etwas?
Vor dem inneren Auge, nur ganz kurz, in grossen Lettern, taucht das Wort Abtreibung auf. Darf man das überhaupt? Ethisch – moralisch? Ab wann beginnt Leben? Das ist doch einfach eine Zellenansammlung und noch kein Mensch.
Für einen Abbruch sprechen diese Argumente: Alter (zu jung oder zu alt), Schule/Ausbildung, Karriere, kein oder falscher Partner, die Familie will nicht. Die Angst vor Überforderung oder sogar einer drohenden Behinderung des Kindes.
Dagegen spricht: das Recht auf Leben. Seelische Schäden der Frau. Ein Baby verändert das Leben immer ins Positive. Ein Kind ist das höchste Gut. Ängsten muss man sich stellen können. Mein Glaube ist gegen eine Abtreibung.
Persönlich stelle ich mir vor, dass ein Abbruch möglich sein sollte, bevor es zukünftigen Eltern das Leben zerstört. Nach einer Vergewaltigung muss es der Frau überlassen sein, ob sie das Kind austragen und/oder behalten will.
Eine Kurzschlussentscheidung soll und darf es nicht sein und deshalb psychologisch betreut werden. Und wieder ein Verbot? Macht das Sinn? Ich weiss es nicht.
Frauen zum Mutter sein verpflichten?
Die Behauptung, ob es „nur“ ein Zellklumpen ist, kann ich nicht beurteilen. Ich bin keine Medizinerin.
Schwangerschaftsabbruch(verbot) JA oder NEIN?
Hier könnten - müssen wir einmal versuchen, gesunden Menschenverstand walten zu lassen!


2Kommentare

  • N.
    19.09.2018 16:57 Uhr

    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;">Ich denke, dass ein Nein zum Schwangerschaftsabbruch als Gesetz fatal für viele Frauen wäre. Darf ein Gesetz wirklich über so persönliche Lebenssituationen entscheiden? Ganz klar NEIN! Es gibt immer noch das ganz persönliche Leben der Frau und deren Recht, selbst über ihr Leben zu entscheiden.</span><span style="font-family: Arial;"> </span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE"> </span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE">Jedoch bin ich der &#220;berzeugung, dass eine Abtreibung einer Frau auch viel zu einfach gemacht wird. Der Eingriff scheint mir fast ähnlich wie ein Termin beim Zahnarzt zu sein. "In eine Woche haben wir den nächsten OP Termin für Sie..." Es gibt so viele Frauen auf dieser Welt, die es sich schlicht und einfach nicht zutrauen Mutter zu werden und trotzdem wären sie wunderbare Mütter gewesen. Sie hätten das Glück auf Erden mit ihrem Kind erfahren, wenn sie nur den Mut dazu gehabt hätten...</span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE"> </span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE">Und jetzt zu meiner Geschichte:</span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE"> </span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE">Ich weiss das, weil ich selbst eine Abtreibung erfahren habe und ich war achtunddreissig Jahre alt. Erwachsen und bereits Mutter eine Tochter. Das verlorene Kind bleibt ein Leben lang ein verlorenes Kind. Das Kind wird immer irgendwie fehlen und damit muss eine Frau lernen umzugehen.</span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE"> </span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE">Im Nachhinein (bereits wenige Tage nach der Abtreibung) bereute ich den Verlust meines Kindes zutiefst. Der Verlust war unglaublich schmerzhaft, schmerzhafter als jeden Schmerz den ich bisher in meinem Leben erfahren habe. Ich empfand überwältigende Trauer über den Tod, den ich in meinem eigenen Körper erfahren habe. Gerne würde ich diesen Menschen in unsrem Leben haben, aber ich wusste es damals nicht besser...!</span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE"> </span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE">Und dieses Nichtwissen wird vielen Frauen zum Verhängnis werden. Dieses Nichtwissen treibt viele Frauen dazu, ein Kind abzutreiben. Es sind &#196;ngste, manchmal so stark, dass man sich völlig ausgeliefert fühlt und einfach keine andere Möglichkeit sieht (auch wenn es sie geben würde!) Meine Abtreibung hat ganz klar mit meiner Lebensgeschichte und meiner Kindheit eine Verbindung. Denn von drei Schwangerschaften hatte ich in jeder ganz vehement das Bedürfnis, den tiefen Drang das Kind abzutreiben. Ich den ersten zwölf Schwangerschaftswochen war ich voller Panik und verzweifelt. Ich war nicht mehr ganz bei Sinnen.</span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE"> </span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE">Vielmehr wünschte ich mir, dass die schwangeren Frauen, die sich über eine Abtreibung Gedanken machen, professionell von einem Therapeuten oder Berater begleitet werden. Einem Berater, der auch tiefer in die Lebensgeschichte der betroffenen Frau schaut und abklärt, was die Frau daran hindert, das Kind zu bekommen. Gibt es traumatische Geschichten, die sie beeinflussen und die schwangere Frau glauben lassen, dass sie es nicht schaffen wird? </span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE"> </span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE">Es werden gesunde Kinder abtgetrieben. Es werden schwerkranke Kinder abgetrieben. Schwangerschaften die in den frühsten Wochen abgebrochen werden oder erst nach einem halben Jahr. </span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE"> </span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE">Eine Abtreibung ist für jede Frau eine tiefe Erfahrung. Schwanger zu sein, die innigste Verbindung zwischen zwei menschlichen Wesen, die Aufhebung der Grenzen durch die Materie zu erleben, das lässt sich nicht in Worte fassen. (Aus dem Buch: Ich seh dich dann im Licht von Susanne Hühn. Dieses Buch empfehle ich von Herzen jeder Frau, die eine Abtreibung durchgemacht hat oder sich damit auseinandersetzt und noch nach Antworten sucht...)</span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE"> </span>
    <p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Cambria;"><span style="font-family: Arial;" lang="DE">Ich wünsche mir von tiefen Herzen, dass jede Frau für sich die richtige Entscheidung findet und finden darf. Auch eine Abtreibung kann die richtige Entscheidung sein, auch wenn sie tiefe Wunden hinterlässt. </span>

  • 26.09.2018 16:59 Uhr

    Liebe N.
    Du schenkst uns Lesern mit Deiner Offenheit vollstes Vertrauen. Vielen Dank erst Mal, dass Du den Mut gefunden hast über Dein Schicksal zu berichten.
    Ich kann Dir nicht nachfühlen, wie es ist in Deiner Haut zu stecken. Ich kann es allerhöchstens erahnen. Vielen Dank, dass Du mit uns Deine Geschichte geteilt hast. Ich bin mit Deinen Zeilen vollständig einig. Nur wer persönlich in so einer Lage war oder noch ist, kann bis ins Detail alles verstehen und versuchen zu akzeptieren. Mit Deiner Geschichte kannst Du sicher vielen Frauen in Ihrer Not, vielleicht nicht helfen, aber grosses Verständnis und Respekt entgegenbringen.
    Du hast alles gesagt. Danke
    Ganz liebe Grüsse
    Gaby

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