Mein Mann ist ein schlechter Autofahrer

Nora, 30.11.2016

Liebes Beraterteam.

Mein Mann muss ca. 4 mal pro Jahr geschäftlich mit einem Geschäftsauto nach Deutschland fahren. Wenn ich jeweils als Beifahrerin in unserem Auto auf Schweizer Strassen neben ihm sitze, so fühle ich mich sehr unsicher, da ich ihn nicht als einen sehr sicheren und vorausschauenden Autofahrer empfinde. Lieber fahre ich selber. Wenn ich mir ihn aber auf Deutschen Autobahnen vorstelle, dann raubt mir das schon ein paar Nächte vor seinem Abreisetag den Schlaf. Ich bin sehr unruhig und habe wahnsinnig Angst, er könnte verunglücken und nicht mehr zu mir und meinen Kindern zurückkehren. Wenn er mit unseren Kindern alleine weitere Strecken fahren will, so kann ich das nicht zulassen - die Angst alle zusammen könnten verunglücken und ich, die nicht dabei ist, würde alleine überleben, ist zu gross. Mein Mann ist mittlerweile sehr entgegenkommend und reist mit unseren Kindern, wenn immer möglich, per Bahn. Allerdings finde ich das ihm gegenüber auch nicht recht. Ich denke, da schränke ich seine Autonomie ein und vermittle ihm ständig, dass ich ihm das Autofahren nicht zutraue. Was soll ich nur tun? Mir graut bereits vor dem nächsten Mal, wenn er nach Deutschland muss oder mit unseren Kindern z.B. seine Mutter besuchen will, wenn ich ein anderes Programm habe.

Vielen herzlichen Dank für eure Gedanken und Inputs.

Nora


Psychologische Beraterinnen, die eine Ausbildung im Frauenseminar Bodensee absolvieren und die demnächst ihren Diplomabschluss machen antworten:

Antwort

Liebe Nora

Vielen Dank für Deine Offenheit uns Deine Ängste und Bedenken zu schildern. Du scheinst Dich bereits mit Deinem Mann darüber ausgetauscht und ihm Deine Sorgen mitgeteilt zu haben.

Dein Mann nimmt diese wahr und zeigt sich kooperativ, indem er mit den Kindern den umständlicheren Weg wählt und mit der Bahn reist. Das ist ein gutes Zeichen, denn Dein Mann ist bereit, Deine Ängste und Bedenken erst zu nehmen.

Nun geht es aber darum, dass Du Dich mit Deiner Angst auseinandersetzt, damit Du diese loslassen kannst und den richtigen Umgang mit ihr lernen kannst. Welche Strategie könntest Du entwickeln, um die Ängste und Bedenken aufzulösen? Sicher wäre es in Deinem Fall hilfreich, wenn Du dieses Thema mit Hilfe einer Fachperson bearbeiten kannst.

Solltest Du immer noch Zweifel an den Fahrkünsten Deines Mannes haben, könnte eventuell ein Fahrlehrer abklären, wie es konkret darum steht. Wenn Deinem Mann attestiert wird, dass er ein guter, sicherer und vorsichtiger Autofahrer ist, dann gibt es keinen Grund mehr, sich zu ängstigen.

Wir wünschen Dir, liebe Nora und Deiner Familie eine besinnliche Vorweihnachtszeit.

Cornelia, Monique und Sonja

1Kommentar

  • Angela
    08.01.2017 17:33 Uhr

    Liebe Nora,
    es ist gut, dass du mit deinem Mann über deine Sorgen und Aengste im Bezug auf seine Fahrkunst reden konntest.
    Wenn du wirklich so grosse Bedenken hast, dass deinen Kindern etwas passieren könnte, wenn sie mit deinem Mann
    im Auto unterwegs sind, könnte man ja sagen, es ist gut, wenn du auf deine " innere Stimme" hörst.
    Zum Glück hat dein Mann ja eingewilligt, mit den Kindern im Zug zu fahren. Das Problem wäre also nun vorläufig
    einmal geklärt.
    Die Angst um deinen Mann aber, wenn er im Auto unterwegs ist, solltest du vielleicht einmal aus einer anderen
    Perspektive anschauen. Ich habe den Eindruck, dass du ihm nicht sehr viel zumutest. Das heisst, könnte es sein, dass du ihm auch in anderen Sachen nicht wirklich die Kompetenz zusprichst, die nötig wäre, so dass er die Dinge auf seine Art, in seinem Tempo und zu seiner Zeit erledigen kann? Ist es so, dass du sowieso ein bisschen besser weisst, wie alles gemacht werden sollte?
    Versuche in dich zu gehen, und diese Fragen zu prüfen. Kein erwachsener Mensch kann für den anderen die Verantwortung übernehmen.
    Es nützt deinem Mann auch nichts, wenn du nächtelang Angst um ihn hast. Das was ihm nützen könnte, mit was du ihn wirklich unterstützen könntest, wäre das Vertrauen in ihn zu haben, dass er es schon richtig macht. Er hat auch schon ein paar Jahre gelebt, bevor du ihn getroffen hast.
    Ich könnte mir vorstellen, dass sich sehr viel in eurer Beziehung ändern und beleben könnte, wenn du dich ganz intensiv mit diesen Fragen beschäftigst, und möglichst deinen Mann in Gesprächen daran teilhaben lässt.
    Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken von versteckten Eigenschaften, die darauf warten, gelebt zu werden.
    Und noch etwas: es gibt nichts, was weniger sexy ist, als wenn einem der Partner nichts zumutet;-))
    mit herzlichen Grüssen
    Angela

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