Militärdienst für Frauen

Julia Onken, 30.06.2017

123rf.com -  Katarzyna Białasiewicz
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Rechtzeitig zum Sommerloch wird ein altes Thema aufgewärmt: Militärpflicht für Frauen. Überhitzte Argumentationen, die dafür sprechen sollen, zeugen einerseits von einer bemerkenswerten Abwesenheit von Logik, andrerseits von Bestrafungsgelüsten, wie zum Beispiel: „Wenn Frauen schon gleichberechtigt sein wollen, dann müssen sie eben auch wie Männer zum Militärdienst.“  Im Reich der Unlogik, da Birnen mit Äpfel in Tutti-Frutti-Floskeln zusammengemischt sind, sieht es nicht besser aus: „Frauen wollten ja die Gleichstellung!  Jetzt müssen sie eben auch Dienst leisten.“

Konstitution und Biologie der Geschlechter sind nicht in allen Sektionen deckungsgleich, in einigen Bereichen geradezu gegensätzlich und ergänzend. Die Funktionen, die sich daraus ableiten sind deshalb unterschiedlich und gehen oft in diametrale Richtungen.

Dass sich aber aus der unterschiedlichen körperlichen Disposition ableiten liesse, Frauen sollten weniger Rechte als Männer haben, bei gleicher Tätigkeit weniger verdienen, ist sich inzwischen auch bei hartnäckigen Vertretern und Vertreterinnen des Patriarchats angekommen.

Muttersein und gleichzeitig berufstätig sein ist vergleichbar mit einer sportlichen Höchstleistung. Nur wenigen gelingt mit Hängen und Würgen Familie und Beruf einigermassen vernünftig zu vereinen, andere werfen das Handtuch und kehren reumütig an den Herd zurück. Auf die immense weibliche Herausforderung noch zusätzlich Dienstwochen im Militär zu packen, schrammt an der Realität  vorbei.

Allenfalls gäbe es einen Ausweg aus der Vollzeit-Überlastung: Die Zuwanderung zu beschleunigen und Ausländerinnen, die keinen Militärdienst zu leisten haben, das Gebären der Kinder zu überlassen.

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