Schlaflose Stationen

Hier den Autorennamen eingeben, 27.05.2019

Monika Marti
Monika Marti

Das Baby
Meine Ärmchen in die Höhe reckend
die strammen Beinchen beide streckend
fühle ich mich ganz allein.
Das Gesichtchen arg verkniffen,
hört allein die Nacht mein schrein.

Das Kind
Ich starre in die Dunkelheit
seh gefürchige Gestalten
im Täfermuster in den Ecken.
Laute möcht’ ich von mir geben
Sie bleiben mir im Halse stecken.

Die Jugendliche
Ich wälze mich im Bett umher
lausch der Stille in der Nacht
kann nicht zur Ruhe kommen.
Das Herz verwirrt, die Augen offen
Hab ich ein Geräusch vernommen?

Die Erwachsene
Ich hege düstere Gedanken
aus Mücken werden Elefanten.
Das fördert meine Angst im Nu.
Mein Herz beginnt zu klopfen.
Eine Pille schenkt mir Ruh.

Die Erkenntnis
Was raubt mir den Schlaf
wer gönnt mir keine Träume?
Ich liege wach obwohl die Augen zu.
Muss ich mich selbst beschützen?
Ich trau dem Leben nicht viel zu.

Der Trost
Ich stell mir meine Mutter vor
Mich in den Armen wiegend.
Sie summt leise eine Sinfonie.
An meinem Däumchen lutschend
lausch ich der linden Melodie.

Die Geborgenheit
Ich kuschle mich ins Kissen
mit einem Herz voll Dankbarkeit
Schlaf wird mich erwählen
wenn er es für nötig hält.
Bis dahin wird’ ich Schäfchen zählen.

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