Simone Buser

Simone Buser, 25.11.2019

Simone Buser
Simone Buser

Da hocken die Krähen auf den Ästen und unter ihnen tanzen Vogelscheuchen Tango im Takt der endlosen Einkaufsgier.

Da schon gärt der Katzenjammer in all dem Plunder, der irgendwann wie Zunder mit dem Müll verglüht.

Zuvor liegt er noch kurz im Kerzenschein. Doch nach dem ersten flauen Gefallen findet er bald seinen Platz auf dem Dachboden oder in einem verstaubten Kellergestell.

Gekrächze und schmalzige Besinnlichkeit verhallen an den Häuserzeilen. Plastiksterne schimmern fahl und nussige Honigsüsse verduftet in der Abgasluft. An der nahen Kirchenuhr zerbröselt die letzte Zeit in diesem Jahr.

Ob dieser Tristesse rumort es in den Vogeldärmen. Schon plumpsen die ersten Häufchen in die Tiefe und verschmelzen mit den flockigen Kristallen, die auf  Haare und Nasen fallen.

„Schaut nur nach oben, ihr strohköpfigen Deppen! Wir wetten, dass ihr jetzt unter die Dusche rennt und der Dreck in eurem Abfluss stecken bleibt!“

Sie schwingen die Flügel über die Dächer, hinaus in die verschneite Weite.

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