Stell Dir vor es ist Krieg – und keiner geht hin.

Julia Onken, 15.11.2016

Wer kennt das nicht? Wir sitzen vor dem Fernseher und ärgern uns grün und blau über Diskussionssendungen in denen vor allem eine einzige Position breit getreten wird und haben keine Möglichkeit, die eigene gegenteilige Meinung einzubringen. Wir können nicht in den misslungenen Disput eingreifen, sondern sind dazu verdammt, hilflos dem Debakel zuzuschauen zu müssen und die Fust im Sack zu machen.

 

Meinungen sind unterschiedlich. Und das ist gut so. Wenn aber der Eindruck entsteht, dass Moderatoren und Moderatorinnen indirekt ihre eigene Anschauung einfliessen lassen, indem sie die Gegenpositionen nur kurz zu Wort kommen lassen, ständig unterbrechen oder abwürgen – entsteht der Eindruck von bewusster Manipulation. Unter der Tarnung ernsthafter Themen wie z.B. „Ein Leben für Allah – warum radikalisieren sich immer mehr junge Menschen“ fragt man sich irritiert, ob wir in einer Veranstaltung zum Auftakt des Karnevals mit einem maskierten schwarzen Ungeheuer hinein geraten sind. Wenn das Gespenst mit Schweizerakzent spricht und nicht nur Freiheit und Würde von verschleierten Frauen preist sondern auch noch unverhohlen Durchhhalteparolen zur Radikalisierung von sich gibt, ist handeln angesagt.

 

Was ist zu tun? Wir können Leserbriefe schreiben, uns direkt an die verantwortliche Radaktion wenden und hoffen, die Kritik würde ernst genommen. Da aber anzunehmen ist, die Verantwortlichen haben sich gegen jede Art von Kritik imprägniert, muss damit zu rechnen sein, dass es nichts bringt.

Bleibt nur noch eines. Abschalten. Konsequent. Wenn niemand mehr schaut, die Einschaltquote in den Keller fällt, gibt es derartige Sendungen nicht mehr.

 

„Stell Dir vor es ist Krieg – und keiner geht hin..“

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