Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes

JuliaOnken, 17.10.2016

Das Buch wurde zum Bestseller, selbst Frauen fühlten sich in ihrem Vorurteil bestätigt: Der Mann, als Krone der Schöpfung mit einem grossrtigen Denkapparat ausgerüstet, steht weit über der Frau. Diese befindet sich im Status einer Magd, die ihrem Herrn stets zu Diensten steht oder allenfalls als Erotik-Animatorin tätig zu sein hat. Diese Qualifikationen lösen heute höchstens noch ein müdes Lächeln aus. Die Mikroelektronik lässt grüssen und weist nach, dass die minimale Grösse eines Gerätes nichts mit dessen Leistungskapazität zu tun hat. Im Gegenteil!

Obwohl Fehleinschätzungen laufend revidiert werden müssen, hält sich in unserer Gesellschaft dennoch hartnäckig die Meinung, die Denkfähigkeit älterer Menschen sei reduziert oder defizitär. Zwar pfeifen es die Spatzen längst von allen Dächern, und es kann auch faktisch täglich bewiesen werden: In der Mehrzahl werden kulturelle, wissenschaftliche oder unternehmerische Spitzenleistungen von Menschen vor allem im höheren Lebensalter erbracht. Trotz dieser Faktenlage wird dies immer wieder in Abrede gestellt.

Klischees krallen sich gerne fest wie eine Zecke. Jetzt geht es darum, dass vor allem wir Älteren mit allen Mitteln dafür zu sorgen, dass es keine 100 Jahre dauert, bis der Irrtum erkannt und korrigiert wird.

2Kommentare

  • Karin Zimmermann
    10.05.2017 09:56 Uhr

    <span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span>
    <p style="background: white; margin: 0cm 0cm 8pt; line-height: 140%;"><span lang="DE" style="color: #333333; line-height: 140%; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,serif; font-size: 12pt; mso-fareast-font-family: &quot;Times New Roman&quot;; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: DE-CH;">Liebe Julia</span>
    <span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span>
    <p style="background: white; margin: 0cm 0cm 0pt; line-height: 140%;"><span lang="DE" style="color: #333333; line-height: 140%; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,serif; font-size: 12pt; mso-fareast-font-family: &quot;Times New Roman&quot;; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: DE-CH;">Ich gehöre zwar erst zu den "mittelalterlichen" Menschen und habe daher noch nicht erfahren, ob mir aufgrund meines Alters meine Denkfähigkeit in irgendeiner Weise angezweifelt wird. Wurde diese angezweifelt, dann eher, weil ich noch zu jung sei, um <em style="mso-bidi-font-style: normal;">so etwas zu verstehen. Ich kann deine Aussage also weder dementieren noch bestätigen und doch irritiert mich dein Text.</span>
    <span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span>
    <p style="background: white; margin: 0cm 0cm 0pt; line-height: 140%;"><span lang="DE" style="color: #333333; line-height: 140%; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,serif; font-size: 12pt; mso-fareast-font-family: &quot;Times New Roman&quot;; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: DE-CH;">Ich persönlich bin nämlich der Meinung, dass die Denkfähigkeit älterer Menschen per se reduziert oder defizitär sein sollte, bisher noch nie begegnet und wäre auch nie auf diese Idee gekommen. Sehr bekannt ist mir aber das Bild von weisen alten Menschen – Frauen oder Männern – die aufgrund ihrer Lebenserfahrung und ihres umfangreich erworbenen und mannigfaltig verknüpften Wissens weit-sichtige und kluge Entscheidungen fällen und deshalb auch von jungen Menschen gerne zu Rate gezogen <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>und hoch geachtet werden. Auch das mögen Klischees sein. </span>
    <span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span>
    <p style="background: white; margin: 0cm 0cm 0pt; line-height: 140%;"><span lang="DE" style="color: #333333; line-height: 140%; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,serif; font-size: 12pt; mso-fareast-font-family: &quot;Times New Roman&quot;; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: DE-CH;">Da mir keine Forschungsergebnisse zu diesem Thema bekannt sind, kann ich mir nur selber und aufgrund meiner Erfahrungen Gedanken zu diesem Thema machen. Ich habe erfahren, dass es Menschen gibt – junge und alte Menschen –, die ihre Denkfähigkeit permanent, offen und doch kritisch nutzen und auch eigene Gedanken immer wieder hinterfragen, verwerfen und mit neuen Erkenntnissen verknüpfen. Ich bin Menschen begegnet – jungen und alten Menschen –, von denen ich den Eindruck hatte, die seien nur in der Lage, in eine Richtung zu sehen und links und rechts von ihrer Einbahnstrasse gäbe es einfach nichts. Ich bin Menschen begegnet – jungen und alten Menschen –, die stellen sich ihren Fragen nach dem Leben, nach dem Tod, nach Verantwortung und nach Menschlichkeit und einem übergeordneten Sinn, und es gibt Menschen – junge und alte – die weichen solchen Fragen mit allen Mitteln aus. </span>
    <span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span>
    <p style="background: white; margin: 0cm 0cm 0pt; line-height: 140%;"><span lang="DE" style="color: #333333; line-height: 140%; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,serif; font-size: 12pt; mso-fareast-font-family: &quot;Times New Roman&quot;; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: DE-CH;">Mich erstaunt es auch nicht, dass in der Mehrzahl, wie du schreibst, kulturelle, wissenschaftliche oder unternehmerische Spitzenleistungen von Menschen vor allem im höheren Lebensalter erbracht werden. Ich denke aber, dass es sich dabei um Menschen handelt, die bereits als junge Menschen, ihre Denkfähigkeit vielseitig nutzten und nun, da sie <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>sich beruflich etabliert oder sich eine gewisse Stabilität im Leben geschaffen haben und allenfalls ihre Kinder wieder ein Stück loslassen konnten, die nötige Energie und Zeit zu besonderen Leistungen aufbringen können.</span>
    <span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span>
    <p style="background: white; margin: 0cm 0cm 0pt; line-height: 140%;"><span lang="DE" style="color: #333333; line-height: 140%; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,serif; font-size: 12pt; mso-fareast-font-family: &quot;Times New Roman&quot;; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: DE-CH;">Ich selber befinde mich jetzt in einer Phase, in welcher die Inanspruchnahme durch meine Kinder allmählich etwas nachlässt und sich "Freizeiten" auftun – "Denkräume". Ich stelle fest, dass sich meine Gedanken wieder an die Themen andocken, die mich bereits als Jugendliche beschäftigt haben. Die Energie meiner Gedanken hat sich jedoch vom kraftvollen, teilweise rebellischen Aufbegehren, Aufbrechen, Anklagen, Ablehnen und Verzweifeln hin zu mehr Besonnenheit und Klarheit verändert. Während ich früher von Ereignissen und meinen Gedanken dazu ergriffen <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>und umklammert wurde, berühren mich diese immer noch stark, doch kann ich mich mittlerweile aus dieser Umklammerung lösen und aus Distanz, von "oben" herab, und gleichzeitig von festem "Erfahrungsgrund" aus denken. Dies ermöglicht eine andere Art von Wirksamkeit.</span>
    <span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span>
    <p style="background: white; margin: 0cm 0cm 0pt; line-height: 140%;"><span lang="DE" style="color: #333333; line-height: 140%; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,serif; font-size: 12pt; mso-fareast-font-family: &quot;Times New Roman&quot;; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: DE-CH;">Und noch etwas glaube ich: es braucht beides! Deshalb ist es absolut wertvoll, wenn Menschen verschiedener Generationen in einen echten Austausch kommen. Hier wäre zu wünschen, dass mehr ältere Menschen, den Mut und den Willen aufbringen, sich als wohlwollende, wertschätzende, besonnene Sparringpartner dem jugendlichen Suchen, Analysieren, Aufbegehren und Kämpfen stellen.</span>
    <span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span>
    <span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span><span lang="DE" style="color: #333333; line-height: 140%; font-family: &quot;Times New Roman&quot;,serif; font-size: 12pt; mso-fareast-font-family: &quot;Times New Roman&quot;; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: DE-CH;">Karin Zimmermann (in Ausbildung zur psychologischen Beraterin FSB)</span>
    <span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span>

  • Monika Hngartner
    25.08.2017 14:33 Uhr

    Herzlich Danke für diesen inspirierenden, Mut machenden und aus reichen Quellen genährten Frauen-Dialog!
    Der Impuls von Julia Onken ist gesetzt und wird aufgenommen von Karin Zimmermann.
    Beide bereichern und erweitern das Denken - und damit das ganz gewöhnliche Leben im Alltag - um viele Facetten!
    Mit euch beiden bin ich einig: Es geht weder um die optische Grösse von Köpfen, Gehirnen und anderem Sichtbaren noch um Alter und Geschlecht und andere äusserliche Einteilungen.
    Entscheidend, wesentlich und damit be-ängstigend für leider immer noch Viele ist das Heraustreten aus den gesetzten Klischees, das Suchen, Finden und dann gross-artig, kreativ Leben von dem Ureigenen, das in jeder und jedem von uns ist.
    Dem Mut und der Liebe in uns Kraft geben, wagen, das zu denken, was sich uns in unseren Bildern zeigt. Das Bild und die Gedanken sich ansehen, prüfen und in ein Tun umsetzen! Ausprobieren. Mit anderen reden. Gleichgesinnte finden können(!), indem wir unser eigenes Sinnen kennen lernen und mit jedem gemachten Schritt (mehr) Sicherheit und Weite erlangen ... dürfen.
    Ich bin herzlich dankbar, um dieses Forum und überhaupt um all das Fördernde, Wohltuende und Wertvolle, das ich aus diesem Frauenseminar am Bodensee bekomme. (So ganz nebenbei: Der Bodensee ist durch keine Grenzen geteilt! Drei Länder gruppieren sich um ihn herum und das Wasser, das diese Länder verbindet, ist grenzenlos! Wir können uns an ihm orientieren und sowohl Grenzen, z.B. die des Alters wie auch andere Klischees "einfach" aus unserem Kopf und Denken fernhalten.)
    Ich nehme also künftig die Pinzette, sobald sich die Zecke eines Klischees in mir einnisten möchte, entferne den Eindringling und lebe gesund und jung und frisch... und werde damit wahr-scheinlich auch ansteckend, verjüngend wirken!

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