Weshalb Töchter nicht wie ihre Mütter werden wollen

JuliaOnken, 09.05.2017

123rf.com / Ian Allenden
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Werden wie meine Mutter? Niemals!

Nächsten Sonntag ist Muttertag. Viele Töchter kommen bei dieser Gelegenheit zum Schluss: «Werden wie meine Mutter? Niemals!» Was ist mit diesen Frauen los? Weshalb gehen Töchter derart auf Distanz? Lieben sie ihre Mütter denn nicht?

An mangelnder Liebe liegen die Vorbehalte nicht. Viele Töchter haben kein Problem mit der Person ihrer Mutter, sondern mit deren Rolle und der damit verbundenen Reputation. Denn nur wenige hatten das Vergnügen, ihre Mutter als selbstbewusste und selbstbestimmte Frau zu erleben. Sie bekommen oft genug live mit, wie schwierig der Balanceakt ist, Kinder grosszuziehen und parallel dazu erfüllt einem Beruf nachzugehen.

Andere Mütter verschreiben sich der Familienarbeit ganz, geben sich rundum mit ihrer Rolle als Familienfrau einverstanden und zufrieden. Mit dem Eintritt ins AHV-Alter erhalten sie dafür aber eine bittere Quittung. Denn so gross und lang ihr Einsatz auch war, er wird mit einer beschämend geringen Rente vergütet. Hauptakteure in anderen Bereichen erhalten Anerkennung und die grösste Gage – die Mutter-Frau aber geht leer aus. Wertschätzung für eine derart verantwortungsvolle und langjährige Aufgabe sieht anders aus.

Auch dieses Modell schwächelt, ist nur bedingt erstrebenswert. Spätestens wenn die Töchter den Ergänzungsleistungsantrag ihrer Mütter ausfüllen, dämmert es ihnen – und der Entschluss ist gefasst: Diese Demütigung wollen sie sich ersparen.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn Töchter zum Schluss kommen: «Nein danke. Mit mir nicht.»

1Kommentar

  • ursula
    08.05.2019 16:52 Uhr

    Hallöchen... Ja diesen Satz habe ich mir sehr zu Herzen genommen. Ich habe meine Mutter als Frau nicht war genommen. Als Mutter konnte sie mir nicht die liebe geben die ich gebraucht hätte. Lange Zeit wusste ich nicht warum mein Verhältnis von meiner Mutter zu mir so komisch war. Erst als ich dieses Verhältnis etwas genauer unter die Lupe nahm konnte ich es verstehen. Nun war meine Zeugung eine Vergewaltigung und ich begann zu verstehen. Mit meinen Kindern habe ich ziemlich vieles anders gemacht was mich mit Freude erfüllt. Nun sind sie in der Pubertät und schon fast Erwachsen. Nun frage ich mich ist das anders auch das richtige gewesen? Es war für mich immer schwierig die Erziehung anders zu gestalten fair zu sein und jedem Kind eine wohlwollende Haltung entgegen zu bringen. Ja dies habe ich geschafft zum grossen Teil. Weil ich immer wieder reflektiert habe fand ich diese Zeit auch enorm anstrengend und Herausfordernd. Und immer wieder mal die Frage war es richtig so? Ja ich habe es anders gemacht bin froh und freue mich aus einer Haltung des Opfers eine selbstbewusste Frau zu werden. Viele schwierige Situationen gemeistert zu haben und trotzdem Freude zu haben. Ja meine Mutter ein Vorbild und eine Ansage anders zu sein wie sie. Ich Wünsche allen den Mut die Kraft und den Durchhaltewillen anders zu sein. Mit besten Grüssen Ursula

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