Als die Hormone steppten

Anna Klassen, 24.06.2018

Verlässt der Schlaf mich in der Nacht,
meine Gedanken wandern aus,
sie reisen durch die halbe Welt
und wollen gar nicht mehr nach Haus`.
Mein Bett wird eine Schwitzhütte,
die nächste Heißhungerattacke überfällt,
und alte Träume halten wach,
die Emotionen spielen verrückt
und schwingen Tango aufs Parkett,
wenn die Erinnerung mich packt,
entführt in jugendliche Zeit
als alle Leidenschaft geblüht,
die Trübsale und Euphorie
im Wechsel sind gefahren
durch Berge und die Täler.

Die Füße wandern nicht mehr durch die Alpen
und tanzen anstatt Tango lieber Walzer.
Manchmal vermisse ich es schon
dieses Gefühl von einst,
das fühlte so unordentlich,
Liebes-Chemie, die Hirn benebelte wie Drogen,
als die Hormone steppten, jubelten
und Feuer fangen ließen.

3Kommentare

  • Monika Hengartner
    25.06.2018 20:26 Uhr

    Liebe Anna
    Auf die Idee, dass Umlaute etwas mit Hormonen gemeinsam haben könnten, bringst du mich erst mit deiner speziellen Form deiner Schreibweise. Auch die paar Worte, die so am rechten Rand für sich ihr eigenes Ding tanzen, machen das Lesen, das Verstehen und das verflixt Unordentliche der Hormone mitfühlbar. Ich wünsche mir für dich herzlich neue Tanz- und Lebensrhythmen, die deine Hormone neu und auch in deinem Sinne einschwingen und Feuer "fangen" lassen.

  • Gaby Kratzer
    28.06.2018 13:34 Uhr

    Liebe Anna
    Wie immer eine wunderbar, erquickende andere Art das Leben zu sehen.
    Vielen Dank und liebe Grüsse
    Gaby

  • Eveline
    03.07.2018 19:26 Uhr

    Liebe Anna
    Eben - genau - aber 'so alt' sind wir jetzt auch wieder nicht. Nur bleiben wir heute lieber hinter der Ofenbank sitzen, als uns zu munter zu zeigen und schwelgen in Erinnerungen. Süss dein Gedicht, mit leichtem Nachgeschmack.
    Liebe Grüsse
    Eveline

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