Das „Kreuz“ mit der Zeit

Silvai Trinkler, 21.08.2018

Liebe Leserin ich möchte dir Zeit schenken! Solls ein grösseres Geschenk sein, dann hör jetzt auf zu lesen und mach in den nächsten paar Minuten etwas für dich. Ganz langsam, ganz für dich! Hände eincremen? Füsse massieren?

Wenn du Zeit mit meinen Gedanken verbringen willst, dann lies weiter und ich schenk dir meine Inputs … Viel Spass!

Julia hat den Abgabetermin für diesen Artikel verlängert und mir somit Zeit geschenkt. Wenn ich’s mir aber überlege passierte bei mir genau das Gegenteil. Ich studiere seit Tagen einem coolen Text über «Zeit» nach. Philosophiere mit mir und führe Selbstgespräche, erfinde tolle Sätze, stelle Überlegungen an und verwerfe sie wieder. Ich müsste dringend die Steuererklärung erledigen. Beim Steueramt habe ich ebenfalls Verlängerung und lasse die Zeit verstreichen. So wie ich mich kenne bis Ende September.

Genauso mache ich es mit dem Text fürs Online-Magazin. Wälze Gedanken, verwerfe sie, freu mich über die Verlängerung und dümple tief im Sumpf! Ich habe einfach keine zündende Idee… und so vergeht die Zeit. Der Kopf schwirrt von der Steuererklärung, zur Ferienliste, ein kurzer Gedanken zur Imkerei, ein anderer an die Arbeit, schau noch schnell auf Facebook vorbei, langweilig. Die Zeit ist das einzig Beständige und die zerrinnt mir buchstäblich zwischen den Fingern.

Es ist ein „Kreuz“ mit der Zeit.... Julia wenn du mir länger Zeit schenkst, verbrate ich sie blödsinnig und überziehe diesen Termin noch! Je kürzer der Termin angesetzt und je verpflichtender eine Arbeit ist umso weniger Zeit verschwende ich damit. So ticke ich. Punkt.

Und du?

Bist du noch dabei? Das freut mich!                                

Wertvolle Zeit schenken ist kompliziert. Irgendwann habe ich realisiert, dass es Menschen gibt, die einen Abend in meinem Wohnzimmer verbringen und wenn sie gehen, bin ich ausgelaugt und missmutig. Diese Abende fühlten sich als gestohlene Zeit, als schlecht genutzte Zeit an. Damals begann ich meinen Freundeskreis «auszusortieren».

Je älter ich werde umso kostbarer wird Zeit. Am Sonntagmorgen früh aufstehen, durch die Wohnung schlendern, da etwas hinrücken, dort etwas entfernen…. Noch einen Kaffee trinken…. Das sind Zeitgeschenke, die ich mir gönne.

Zeit schenken muss für alle Beteiligten stimmen. Schwierig! Zeit mit Inhalt zu füllen, der für mindestens zwei Menschen, wenn nicht für mehr, genau passt ist noch heikler. Vielleicht ist es doch nicht so falsch manchmal einen Gutschein für eine Massage zu überreichen.

Noch mehr Zeit mit mir? Dann schreib einen Gedanken in den Kommentar! Und ich kann über «Generationen unterwegs» in den Dialog mit dir treten. Zeitlich limitiert!

Herzlich Silvia


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