Fondue Chinoise, Filet im Teig oder doch einfach Toast Hawaii?

Gaby Kratzer, 11.12.2018

Im Advent bereitet sich die Christenheit traditionell auf das Fest der Geburt Jesu von Nazaret vor. Adventszeit – die Zeit vor Weihnachten. Die Zeit für Sinn, Besinnung und vielleicht auch etwas Sinnlichkeit. Die Zeit, um etwas zur Ruhe zu kommen.

Aus der ursprünglichen Tradition ist eine Zeit der Hektik geworden. Alles, was noch zu erledigen ist, muss in diesen vier Wochen reingequetscht werden. Bei der Arbeit muss das Jahresendziel erreicht und das Budget um einiges übertroffen werden. Alle Rechnungen aus dem alten Jahr sollten sicher in der Buchhaltungsabteilung zu finden sein. Die Organisation des Firmen-Weihnachtsabends natürlich nicht zu vergessen.

Privat geht es ähnlich zu und her. Obwohl man sich jedes Jahr verspricht, es im neuen Jahr relaxter anzugehen. Geschenke werden durchs Jahr gekauft, wenn man gerade etwas sieht (ging damals nicht, da man mit so einem frühen Weihnachtsgeschenk nicht rechnete und an jenem Tag den Geldbeutel nicht dabeihatte – am nächsten Morgen war das Geschenk natürlich schon wieder vergessen). Der Einfachheit halber versucht man in der Familie sich nichts mehr zu schenken. Man will diesen Stress und den Konsumwahn vermeiden.

Die Deko muss auf den Tisch, mindestens als Adventskranz. Eine schöne Beleuchtung soll am Haus angebracht werden. Auch wenn die alten elektrischen Kerzen draussen nicht funktionieren, weil die eine noch immer defekt ist, so sieht es tagsüber wenigstens aus, als ob man sich die Mühe macht für eine ordentliche Weihnachtsdekoration.

Auch der Wunsch einmal über Weihnachten/Neujahr in ein fernes Land zu reisen findet immer einen Grund es nicht zu tun. Das Essen für den Heiligen Abend muss besprochen werden. Fondue Chinoise, Filet im Teig oder doch einfach Toast Hawaii (wenigstens auf dem Teller, wenn die Reise schon nicht klappt). Und was ist mit dem Baum? Im Topf? Oder zum Entsorgen? Sind überhaupt noch Kugeln im Keller? Sind sie noch ganz? Gibt es genügend in einer Farbe? Die Zeit neue zu kaufen fehlt. Und welche Kerzen? Sollen es elektrische oder doch echte sein? Der Gedanke an Nachhaltigkeit jagt das schlechte Gewissen. Entweder Stromfresser oder ein Naturprodukt ist die Frage. Elektrisch lieber nicht. Sieht auch nicht so romantisch aus. Dann müssen es aber wenigstens Kerzen aus Biomasse sein, welche bei der Herstellung keine fossilen Rohstoffe nutzen. Herkömmliche Billigkerzen werden aus Paraffin (einem Erdölprodukt) oder Palmöl hergestellt. Wenn die Kerzen am Baum falsch platziert werden, muss man fürchten, dass man nachts im Schlafanzug draussen vor seinem, in Flammen stehenden Haus steht. Vielleicht geht es schlimmstenfalls auch ohne Baum.

Sollte es dieses Jahr noch nicht klappen, haben wir die Möglichkeit, es jedes Jahr wieder aufs Neue zu versuchen.

Ich wünsche Euch allen eine tolle Adventszeit, erholsame Feiertage und stressfreie Stunden mit Euren Liebsten.

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