Sowohl-als-auch

Benita Batliner, 13.09.2018

Nach den Sternen greifen

ohne Bodenhaftung

verpasstes Reifen

 

Sein ins All ausdehnen

ohne Anker

endlos Sehnen

 

Auf dem Boden bleiben

Kopf im Sand

Stillstand und Leiden

 

In die Materie wühlen

Schotten dicht

nichts mehr fühlen

 

Es gibt noch ein Dazwischen

das eine Brücke baut

Sowohl-als-auch

 

Es ist die Mitte

die verbindet

wie der Stamm des Baums

 

Aus ihr will ich den Grund erforschen

die Erde fühlen, die mich trägt

mit starken Wurzeln mich verbinden

 

Solange bis ich in mir stehe

als ich, die ist und sich erkennt

und sich nicht mehr verrennt

 

Dann streck’ ich meine Äste aus

ganz weit und immer höher

und schwanke nicht

und pflück’ das Licht

der Sterne

2Kommentare

  • Monika Hengartner
    16.09.2018 11:08 Uhr

    Liebe Benita!
    Du vertehst es wunderbar, ein Bild vor unseren Augen entstehen zu lassen. Zuerst poetisch klar, dann rund, wachsend aus der erkannten und gepflegten Mitte des Stamm-Seins, mit den Wurzeln in die tragende, verbindende Tiefe der Erde und mit den Ästen in die Weite, in die Höhe, und es scheint, als sei das Pflücken des Sternenlichtes dann so etwas, wie ein Erlauben vom Fallenlassen des Sternengutes in den eigenen Schoss. Wau! Und herzlichen Dank!

  • Lydia Gerber
    18.09.2018 17:59 Uhr

    Liebe Benita!
    Es berührt mich sehr wie Du Worte und Bilder für innere Bilder findest!
    Danke!!
    Liebi Grüess

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