Keine Angst vor Demenz

Julia Onken, 09.08.2018

Ältere Menschen fürchten sich vor Demenz wie der Teufel das Weihwasser. Auch ich mache mir darüber Gedanken. Ich unterziehe mich regelmässig einem Selbsttest um mich darüber zu informieren, wie es um mein Gedächtnis – vor allem das Kurzzeitgedächtnis, steht. So stelle ich mir immer wieder Fragen wie zum Beispiel, mit wem ich gestern über welche Themen gesprochen hatte und vorgestern telefonierte; was ich vorvorgestern mit dem Hund unternommen hatte und was übermorgen auf dem Plan steht. Ebenso sind Telefonnummern von Freunden rückwärts auf der Tagesordnung.

Gerade noch rechtzeitig entdeckte ich ein Buch, das meiner qualvollen Kontrolle ein Ende setzte. Das Buch von Gerald Hüther „Raus aus dem Demenz-Falle“ hat mir die Augen geöffnet. Alles, was bisher bekannt war, können wir vergessen! Wir erfahren darin dass es Menschen gibt, die trotz degenerativer Veränderungen im Gehirn, geistig absolut gesund blieben. Eine Gruppe von älteren Nonnen wurde mit einer Gruppe von Menschen in sogenannten normalen Lebensverhältnissen untersucht. In beiden Gruppen wurden degenerative Veränderungen im Gehirn festgestellt nur mit dem Unterschied, dass sich in der Nonnen-Gruppe keine Einbusse ihrer denkerischen Fähigkeiten zeigte.

Hüther entwickelt daraus einen bahnbrechenden Erklärungsansatz für die Entstehung von Demenz: Entscheidend sind nicht die altersbedingten Veränderungen, sondern der Verlust des neuroplastischen Potentials – und diese Fähigkeit kann bis ins hohe Alter aufrechterhalten werden. Einige der Bedingungen dafür sind: Zufriedenheit versus Bitterkeit, sich mit anderen verbunden fühlen versus Vereinsamung, Entwicklung versus Stagnation. Ein Buch, das uns mit Zuversicht erfüllt.

Gerald Hüther, Raus aus der Demenz Falle, Arkana

 
 

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