Julia Onken – Online-Magazin

(vormals Generationen unterwegs - Das Online-Magazin)

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Julia Onken

Einsichten von Maya Onken

Interview mit Roberta Steuder

Die Meditation hat mein Leben gerettet –
Wie ich zur Nonne geworden bin.

Roberta als Zen-Nonne

Aktuelles Thema:

Mutter – Beste Freundin?

Eigentlich wollte ich einen einfühlsamen Text zum Muttersein schreiben. Doch dann stiess ich auf einen Text von Maya, und der hat mich nachdenklich gemacht und mir den Schwung aus der Feder gepustet...

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Julia und Maya Onken - Hilfe, ich bin eine emanzipierte Mutter

Liebe Mutter

Schön, dass auch du mal am Ende des Lateins bist und nicht gleich immer mit der passenden Antwort aufwartest und mich mit deinen philosophischen Rülpsern plattmachst. Gut, deinem ersten Ansatz zur Erklärung einer guten Mutter (die an sich denkt), gebe ich Recht. Ich bin auch deiner Meinung, dass glückliche Mütter glückliche Kinder haben werden. Hingegen hast du, ganz typisch du, wieder mal einiges übersehen, denn ich glaube nicht, dass dies alles ist. Heute habe ich genügend Energie, die Gretchenfrage weiterzudenken!

Bin ich eine gute Mutter, warst du eine gute Mutter? Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, dann habe ich ganz viele Bilder und Gefühle. Das in deinem Buch „Eigentlich ist alles schief gelaufen“ beschriebene Glücksgefühl, als du mit mir schwanger wurdest und auch die erste frohe Zeit, dies ist in meinen Zellen eingeimpft. Ich betrachte mich als gewolltes Kind einer starken Liebe. So empfand ich mich oft als ok und gut und clever und genial und begabt. Auch als ich die Grenzen des Normalgewichts für eine Primarschülerin überschritt und ich oft deswegen gehänselt wurde, konnte dies an meinem Grundgefühl: so wie du bist, bist du wunderbar, nichts ändern. Papi trug sicher das seine dazu bei, indem er sich sehr um mich kümmerte und ich einfach sein Mädi war. Die Ankunft meiner Schwester erfreute mich, ich liebte dieses Wesen von Anfang an, sicher war ich eifersüchtig, aber nur manchmal (an ihren Geburtstagen und wegen spezieller Schonungen oder Sonderwürsten, die sie hatte und ich nicht), sie war keine Rivalin für mich, obwohl sie ja von Anfang an dich in Beschlag nahm.

Die Zeit des Verfalls unserer Klein-Familie hatte Wirkung auf mich: so träumte ich oft, dass unser Haus abbrannte. Jeweils vor dem Schlafengehen machte ich eine kognitive Prioriätenliste, wie ich vorgehen würde, falls ich mitten aus dem Schlaf erwachte und das Haus würde brennen. Zuerst würde ich meine Schwester und euch alarmieren. Dann den Bettüberwurf nehmen und in diesen meine Tagebücher, meine Stofftiere und die Sparbüchse werfen, allenfalls noch meine Schmuckschatulle, um dann mit dem Bündel aus dem Haus zu stürzen. Später, als der Traum im Winter wieder Thema war, addierte ich noch warme Kleidung dazu, denn es war nicht lustig, auch wenn es nur ein Traum war, vor dem brennenden, langsam zusammenbrechenden Haus zu stehen, barfuss und mit nichts als einem Nachthemd bekleidet. Als dann mal später im Schülerhaus nachts um drei der Feueralarm losging, war ich im Nu mit warmen Kleidern auf der Strasse, ohne Hysterie, gekonnt, seit langem mental geübt. Auch checkte ich beim Hinausgehen einer inneren Intuition folgend noch meine Zimmernachbarin ab, die sich zwar für diese Nacht ausgetragen hatte, nach einem Streit mit ihrem Freund aber doch im Schülerhaus schlief. Sie hatte einen Hörschaden auf dem Ohr, auf dem sie lag und die ganzen Sirenen konnten sie nicht wachrütteln. Ich schon.

Auszug aus dem Buch: Hilfe, ich bineine emanzipierte Mutter – Ein Streitgespräch zwischen Mutter und Tochter, C.H.Beck


Auf ein offenes Wort

Von Tag zu Tag
Meta Zweifel

Briefe an Verstorbene

Philosophische Reflexionen
Eckart Ruschmann

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Bin ich eine gute Mutter, warst du eine gute Mutter? Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, dann habe ich ganz viele Bilder und Gefühle. Das in deinem Buch „Eigentlich ist alles schief gelaufen“ beschriebene Glücksgefühl, als du mit mir schwanger wurdest und auch die erste frohe Zeit, dies ist in meinen Zellen eingeimpft. Ich betrachte mich als gewolltes Kind einer starken Liebe. So empfand ich mich oft als ok und gut und clever und genial und begabt. Auch als ich die Grenzen des Normalgewichts für eine Primarschülerin überschritt und ich oft deswegen gehänselt wurde, konnte dies an meinem Grundgefühl: so wie du bist, bist du wunderbar, nichts ändern. Papi trug sicher das seine dazu bei, indem er sich sehr um mich kümmerte und ich einfach sein Mädi war. Die Ankunft meiner Schwester erfreute mich, ich liebte dieses Wesen von Anfang an, sicher war ich eifersüchtig, aber nur manchmal (an ihren Geburtstagen und wegen spezieller Schonungen oder Sonderwürsten, die sie hatte und ich nicht), sie war keine Rivalin für mich, obwohl sie ja von Anfang an dich in Beschlag nahm.

Die Zeit des Verfalls unserer Klein-Familie hatte Wirkung auf mich: so träumte ich oft, dass unser Haus abbrannte. Jeweils vor dem Schlafengehen machte ich eine kognitive Prioriätenliste, wie ich vorgehen würde, falls ich mitten aus dem Schlaf erwachte und das Haus würde brennen. Zuerst würde ich meine Schwester und euch alarmieren. Dann den Bettüberwurf nehmen und in diesen meine Tagebücher, meine Stofftiere und die Sparbüchse werfen, allenfalls noch meine Schmuckschatulle, um dann mit dem Bündel aus dem Haus zu stürzen. Später, als der Traum im Winter wieder Thema war, addierte ich noch warme Kleidung dazu, denn es war nicht lustig, auch wenn es nur ein Traum war, vor dem brennenden, langsam zusammenbrechenden Haus zu stehen, barfuss und mit nichts als einem Nachthemd bekleidet. Als dann mal später im Schülerhaus nachts um drei der Feueralarm losging, war ich im Nu mit warmen Kleidern auf der Strasse, ohne Hysterie, gekonnt, seit langem mental geübt. Auch checkte ich beim Hinausgehen einer inneren Intuition folgend noch meine Zimmernachbarin ab, die sich zwar für diese Nacht ausgetragen hatte, nach einem Streit mit ihrem Freund aber doch im Schülerhaus schlief. Sie hatte einen Hörschaden auf dem Ohr, auf dem sie lag und die ganzen Sirenen konnten sie nicht wachrütteln. Ich schon.

Auszug aus dem Buch: Hilfe, ich bineine emanzipierte Mutter – Ein Streitgespräch zwischen Mutter und Tochter, C.H.Beck


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